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Kindesunterhalt steigt – neue „Düsseldorfer Tabelle“


Zum 01. Januar 2021 wird die „Düsseldorfer Tabelle“ aktualisiert. Diese stellt zwar kein Gesetz dar, ist aber einheitlicher Maßstab und Hilfsmittel bei der Berechnung des Barunterhaltes von Kindern. Die Änderungen liegen im Wesentlichen in der Anhebung der Bedarfssätze des Kindesunterhalts – und zwar sowohl für minderjährige, als auch für volljährige Kinder.

Der Mindestunterhalt beträgt demnach ab Januar 2021 für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres 393,00 € (Anhebung um 24,00 €), für Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres 451,00 € (Anhebung um 27,00 €), für Kinder bis zur Volljährigkeit 528,00 € (Anhebung um 31,00 €) und für volljährige Kinder 564,00 € (Anhebung um 34,00 €).

Die vorgenannten Beträge stellen den Bedarfssatz der untersten Einkommensstufe (bis 1.900,00 €) dar. Auch die Bedarfssätze der folgenden Einkommensstufen ändern sich hierdurch. Die Einkommensstufen selbst entsprechen dann der vorherigen Düsseldorfer Tabelle. Wie bisher hängt die Höhe des zu leistenden Unterhalts vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils sowie dem Alter des Kindes ab. Zu berücksichtigen ist, dass der Unterhalt von volljährigen Kindern sich – anders als bei minderjährigen Kindern – weiterhin nach dem Einkommen von beiden Elternteilen richtet. Der Bedarfssatz für Studierende, die nicht bei ihren Eltern leben, beträgt unverändert 860,00 €.

Von dem Unterhaltsbedarf ist das Kindergeld abzuziehen; und zwar bei minderjährigen Kindern der hälftige Betrag und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang. Hierbei sind die ebenfalls zum 01. Januar 2021 geänderten Beträge zu berücksichtigen. Für die ersten beiden Kinder beträgt das Kindergeld jeweils 219,00 €, für ein drittes Kind 225,00 € und ab dem vierten Kind 250,00 €. Die jeweiligen Zahlbeträge des Kindesunterhalts, die sich nach Abzug des Kindergeldes ergeben, finden sich im Anhang der aktuellen Düsseldorfer Tabelle.

Die Änderungen der Düsseldorfer Tabelle wirken sich auf einen bestehenden Unterhaltstitel aus. Ist in diesem ein fester Betrag genannt, so sollte geprüft werden, ob dieser abgeändert werden kann. Ist die Unterhaltshöhe hingegen als Prozentsatz des jeweiligen Mindestunterhalts festgelegt, sind automatisch die neuen Beträge zu zahlen.

Verena Seiler
Rechtsanwältin
Dr. Holly | Rath | Hülshörster
www.hrh-anwaelte.de

22. Juni 2021
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